Gerechtigkeit im Vertragsrecht (436336)

Dozentin

Prof. Dr. Yeşim M. Atamer, Istanbul Bilgi Universität, Rechtswissenschaftliche Fakultät

Zielgruppe

Das Seminar richtet sich an Studierende der Bachelorstufe und der Masterstufe. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft, in ausgewählten Teilbereichen ein 20-minütiges Referat zu halten. Es besteht die Möglichkeit, in Kombination mit einer schriftlichen Arbeit eine Seminarleistung im Bachelorstudium (Art. 16 RSL RW) oder im Masterstudium (Art. 22 Abs. 4 RSL RW) zu erbringen.

In Kürze

Das Blockseminar soll dazu dienen, verschiedene Fragen zur Vertragsgerechtigkeit im Privatrecht aufzuwerfen und zu diskutieren. Ist es überhaupt die Aufgabe des Vertragsrechts, Gerechtigkeit zwischen den Parteien herzustellen? Falls ja, welches sind die Gründe dafür? Ist der Schutz der „schwächeren Partei“ ein Ziel an sich? Oder sind es situationsspezifische Marktversagen, die einen gesetzlichen Eingriff begründen? Welche neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse haben wir über das Verhalten in Vertragssituationen und die Selbsteinschätzung von Vertragsparteien bezüglich ihrer Stärken und Schwächen? Warum/wann ist eine der Parteien wirklich schutzbedürftig? Mit welchen Methoden können wir im Privatrecht versuchen, das Spannungsverhältnis zwischen Vertragsgerechtigkeit und Vertragsfreiheit zu entschärfen? Auf der Suche nach Antworten werden wir klassische Ansätze, wie z.B. richterliche Eingriffe in sittenwidrige Verträge oder im Falle von Übervorteilung näher untersuchen, aber auch neue regulatorische Methoden wie z.B. „nudging“, oder „smart disclosure“ besprechen.

Durchführung

  • Zweitägiges Blockseminar: Montag und Dienstag, 11./12. Dezember 2017, jeweils 09.00-17.30
  • Informationsveranstaltung: Dienstag, 26. September 2017, 16.00-18.00
  • Besprechung auf Anfrage: Woche vom 13. November 2017, Datum wird später noch bekanntgemacht

ECTS

5 ECTS-Punkte

Anmeldung

Die Anzahl der Teilnehmer/innen ist begrenzt (max. 18). Interessierte können sich ab dem 26. Juni 2017 per E-Mail (micha.probst@ziv.unibe.ch) anmelden. Bei bestätigter Anmeldung ist ein Rückzug nicht mehr möglich. Weitere Aktualisierungen über diese Veranstaltung folgen laufend auf dieser Website..

Lernergebnis

Obwohl das Prinzip der Vertragsfreiheit ein Grundbaustein des Privatrechts darstellt, hat der Gesetzgeber aus verschiedenen Gründen dieser Freiheit Grenzen gesetzt. Die Studierenden werden in diesem Seminar lernen, wie weit der Gerechtigkeitsgedanke per se eine solche Grenze darstellt, oder ob andere ausschlaggebende Gründe vorhanden sind. Die Studierenden werden auch die Möglichkeiten haben, über verschiedene Arten der Regulierung nachzudenken und die Erkenntnisse anderer Sozialwissenschaften für eine bessere Regulierung zu nutzen. Durch die Vorbereitung einer Seminararbeit werden die Studierenden lernen, ein Thema wissenschaftlich aufzuarbeiten, die nötige Literatur dafür zu finden und auszuwerten, eine gewisse Systematik zu verfolgen und ihre Ergebnisse klar darzulegen. Durch das Vortragen der Ergebnisse werden sie ihre mündliche Fertigkeit, auf Fragen schnell und sachgerecht zu antworten, entwickeln.

Hinweise und Literatur

Organisatorisches bezüglich des Seminars, die Anforderungen, eine Liste der Themen und eine einführende Literaturliste können dem Informationsblatt (siehe unten) entnommen werden. Eine Vorstellung der verschiedenen Themen und methodischen Ansätze wird in der Informationsveranstaltung stattfinden. Hinweise zur weiterführenden Literatur für einzelne Themen werden auch in dieser Veranstaltung erfolgen.